Eine Geschichte vom Sinn des Lebens

Ein Fischer legte in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf sein Boot am Pier an. Auf dem kleinen Fischerboot lag ein riesiger Thunfisch. Ein Finanzberater beobachtete ihn dabei.
Der Finanzberater gratulierte dem Fischer zu dem tollen Fang und fragte, so nebenbei, wie lange er für diesen Fang denn auf See gewesen sei. Der Mexikaner antwortete: „ Gar nicht lange. Ein paar Stündchen nur“. Da meinte der Berater, warum er denn nicht  länger draußen geblieben sei, dann hätte er noch viel mehr Fische fangen können. „Mir reicht dieser Fang um meine Familie die nächsten Tage zu versorgen“, meinte der Mexikaner. Erstaunt wollte der Berater wissen, was dieser denn den Rest des Tages tun würde.

Der Fischer antwortete: „Ich gehe ein bisschen fischen; schlafe dann was; spiele mit meinen Kindern; koche mit meiner Frau; gehe nach dem Mittagessen mit ihr spazieren und mache dann eine Siesta; gehe ins Dorf trinke dort ein  Gläschen Wein und spiele Domino mit meinen Freunden. Sehen Sie, ich habe ein erfülltes Leben“.

Der Berater sagte darauf: „Ich habe studiert und könnte Ihnen ein wenig helfen. Sie sollten den ganzen Tag fischen gehen und von dem Erlös dann ein größeres Boot kaufen. Mit diesem größeren Boot könnten Sie dann so viel fischen, dass Sie sich nach einiger Zeit mehrere Boote kaufen könnten, bis Sie eine Flotte Ihr Eigen nennen. Schließlich werden Sie so viel verdienen, dass Sie sich eine Fischverarbeitungsfabrik kaufen können, und so noch mehr Geld einsparen. Sie könnten auch noch den Vertrieb selbst kontrollieren.

Der Berater bekam vor Aufregung ganz glänzende Augen. Sie würden dann dieses kleine Fischerdorf verlassen, sagte er, und nach Mexico City oder sogar nach New York ziehen. Von dort aus leiten Sie dann ihr Imperium.

Der Mexikaner hörte erstaunt zu: „Und wie lange wird das alles dann dauern?“, fragte er. So circa 20 Jahre, meinte der Berater. „Und was ist dann“, fragte der Fischer. Der Berater rieb sich die Hände und lachte: „Dann kommt das Beste.“ Sie gehen an die Börse, und wenn die Zeit reif ist, verkaufen sie Ihre Unternehmensanteile und sind sehr reich.“ Sie können viele Millionen verdienen.“ „Und dann?“ frage der Fischer.

„Dann kommt das Allerbeste“, freute sich der Berater, „Sie können aufhören zu arbeiten“. Sie können in ein kleines Fischerdorf an die Küste ziehen, morgens ein bisschen fischen gehen; dann etwas ausruhen; mit Ihren Enkelkindern spielen; mit Ihrer Frau spazieren gehen; und abends bei einem Gläschen Wein mit Ihren Freunden Domino spielen“.

„Aber genau das tue ich doch jetzt schon“, sagte der Fischer, und lachte.
(Erzählt nach einer Anekdote von Heinrich Böll)
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Was die Geschichte uns sagen will, das sagt schon die Überschrift.

Was ist der Sinn des Lebens?

Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht?

Welchen Sinn geben Sie ihrem Leben?

 

Geschichten Gabriele Bienefeld Coaching Geschichte: Die Herrlichkeit der Welt

Ein junger Mann grübelte lange Zeit darüber nach, was wohl das Geheimnis von Glück und Erfolg sei. Als er lange zu keinem Ergebnis kam, besuchte er den weisesten aller Weisen in dessen prunkvollen Palast.

Der Weise  hörte sich die Frage des jungen Mannes an, hatte jedoch keine Zeit für ihn. Er empfahl ihm aber, sich alleine im Palast umzusehen.

Als dieser losgehen wollte, rief der Weise: „Halt, tue mir bitte noch einen Gefallen“. Er gab dem Jüngling einen Löffel in die Hand, auf den er etwas Öl schüttete. „Diesen Löffel halte während Du Dich umsiehst so, dass Du das Öl darauf nicht verschüttest.“

Nun ging der junge Mann, ohne den Blick vom Löffel zu wenden durch den Palast. Am Ende kam er wieder zu dem Weisen der ihn fragte: „Nun, hast Du gesehen, wie wunderschön mein Palast ist?“ Traurig senkte der junge Mann den Kopf und gab zu, dass er rein gar nichts gesehen hätte, weil er immerzu auf den Löffel geschaut habe.

Der Weise hat ein Einsehen und sagte zu ihm: „Geh noch einmal los und schau Dir diesmal  meine herrliche Welt genau an.“ Der junge Mann ging noch einmal los. Aber diesmal schaute er sich alles genau an. Er sah die Marmorsäulen, die Springbrunnen, herrliche Blumen, wunderbare Mosaiksteine und vieles mehr.

Zum Schluss begegnete er wieder dem Weisen. „Wo hast Du das Öl auf dem Löffel gelassen?“ fragte dieser. Erschrocken schaute der Jüngling auf den Löffel und stellte fest, dass er das ganze Öl unterwegs verschüttet hatte.

Daraufhin sagte der Weise: Einen Rat kann ich Dir geben:
„Das Geheimnis von Glück und Erfolg ist darin begründet, gleichzeitig die Herrlichkeiten der Welt zu entdecken, ohne dabei  das Öl auf dem Löffel zu vergessen.“
Mit diesen Worten entließ er den jungen Mann wieder nach draußen.
(Frei nacherzählt nach einer Geschichte von Gerd Brandstätter)
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Hat Ihnen die Geschichte gefallen?
Müssen Sie jetzt, genau wie ich es getan habe nach dem ersten Lesen, ein wenig schmunzeln, und denken: „Ja so ist es“.

Was soll uns diese Geschichte sagen?
Diese Geschichte fordert uns auf, unsere Ziele klar und bewusst zu sehen, ohne dabei das Leben und seine Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Denken Sie einmal nach:
Listenpunkt Was ist Ihr Öl?
Listenpunkt Was sind die Herrlichkeiten Ihres Palastes?

Wo jagen Sie einem bestimmten Ziel (Öl) hinterher und übersehen die Möglichkeiten, die Ihnen der Alltag (Palast)  bietet?

Geschichte Gabriele Bienefeld

PDF Icon Die Herrlichkeit der Welt (als PDF-Datei zum Laden)

Weitere Geschichten finden Sie in meinem Blog (externe Seite)!

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